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Die Straße zu überqueren ist für blinde Menschen einer der gefährlichsten Momente im Alltag. Wo genau beginnt die Fahrbahn? Wo ist die Ampel? In welche Richtung geht es hinüber? Bodenindikatoren an Querungsstellen beantworten diese Fragen, bevor der erste Schritt auf die Fahrbahn fällt.
Ein taktiles Leitsystem im Verkehrsraum verbindet die Orientierung entlang des Gehwegs mit sicher auffindbaren Querungsstellen. Stimmen Sie die Bodenindikatoren mit Bordausbildung, Entwässerung und den Vorgaben des zuständigen Straßenbaulastträgers ab.
Die Elemente an einer Querungsstelle
| Element | Struktur | Aufgabe |
|---|---|---|
| Auffindestreifen | Rippen quer über den Gehweg | führt von der Hauswand oder Leitlinie zur Querungsstelle |
| Richtungsfeld | Rippen in Gehrichtung der Querung | zeigt, in welche Richtung es über die Fahrbahn geht |
| Sperrfeld | Rippen parallel zum Bordstein | sichert den abgesenkten Bereich, wo der Bord fast nicht mehr ertastbar ist |
| Aufmerksamkeitsfeld | Noppen | warnt an Gefahrenstellen, etwa an ungesicherten Querungen |
Gemeinsame oder getrennte Querung?
DIN 18040–3 kennt zwei Lösungen. Bei der gemeinsamen Querung gibt es einen durchgehenden Bord mit 3 cm Höhe. Er ist mit dem Langstock gerade noch ertastbar und für Rollstuhl und Rollator gerade noch überrollbar. Bei der getrennten Querung gibt es zwei Bereiche: eine Nullabsenkung für Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen und daneben einen Bereich mit höherem Bord für blinde Menschen. Damit niemand versehentlich über die Nullabsenkung auf die Fahrbahn gerät, sichert ein Sperrfeld diesen Bereich. Der Bereich für blinde Menschen erhält einen Bord von mindestens 6 cm, der mit dem Langstock sicher ertastbar ist. Die getrennte Querung gilt deshalb heute als bevorzugte Lösung; der durchgehende 3‑cm-Bord ist ein Kompromiss zwischen den Bedürfnissen verschiedener Gruppen.
Wichtig: Bodenindikatoren allein ersetzen kein vollständiges Querungskonzept. Dazu gehören je nach Situation auch Lichtsignalanlagen mit akustischen und taktilen Signalgebern, ausreichende Sichtbeziehungen und eine klare Führung über die Fahrbahn.
Was im Außenbereich zählt
- Witterung und Winterdienst: UV-stabile Kunststoffplatten, Edelstahl 1.4404 (V4A) oder Bronze, fest eingebaut oder gebohrt. Selbstklebende Elemente sind draußen nicht zu empfehlen.
- Höhe: im bewitterten Außenbereich etwa 4 bis 5 mm, damit die Struktur auch bei Laub, Nässe und Schmutz spürbar bleibt.
- Rutschhemmung: draußen besonders wichtig. Unsere geprüften Werte finden Sie unter Prüfberichte.
- Kontrast: auf grauem Pflaster oder Asphalt Kunststoff in Gelb oder Hellgrau oder weiße Betonplatten. Weißer Kunststoff ist für außen nicht geeignet, weil er nicht UV-beständig ist. Prüfen mit dem Kontrastrechner.
- Nur wo man sicher steht: Rippen und Noppen gehören auf den Gehweg, nicht auf Fahrbahn oder Radweg.

Passende Produkte
| Bild | Produkt | Einsatz |
|---|---|---|
![]() | Rippenplatten aus Kunststoff | Auffindestreifen, Richtungs- und Sperrfelder |
![]() | Noppenplatten aus Kunststoff | Aufmerksamkeitsfelder |
![]() | Edelstahl 1.4404 (V4A) | dauerhafte Lösung bei Streusalz |
![]() | Leitstreifen | Wege zwischen Querung, Haltestelle und Eingang |
![]() | Bodenindikatoren und Borde aus Beton | Hauptprodukt: Platten und Querungsborde |
Für Bus und Bahn gibt es eigene Regeln, etwa für Einstiegsfeld und Auffindestreifen. Mehr dazu unter Bahnhof und Haltestelle.
Planungsbeispiel: getrennte Querungsstelle
Die getrennte Querung in der Draufsicht: links der Bereich für blinde Menschen mit tastbarem Bord, rechts die Nullabsenkung.
- Richtungsfeld aus Rippen in Querungsrichtung, mindestens 60 cm tief, direkt am mindestens 6 cm hohen Bord.
- Auffindestreifen aus Rippen, 60 bis 90 cm breit, von der Hinterkante des Gehwegs zum Richtungsfeld.
- Sperrfeld aus Rippen parallel zum Bord, 60 cm tief, über die ganze Breite der Nullabsenkung.
- Passende Produkte: Rippenplatte aus Polyurethan oder Edelstahl-Rippen 1.4404, draußen gebohrt mit Stift.
Prinzipskizze, nicht maßstäblich. Maße sind übliche Richtwerte nach DIN 32984. Verbindlich sind die Planung im Einzelfall und die Vorgaben vor Ort, etwa Leitfäden der Verkehrsbetriebe oder der Straßenbaubehörde. CAD-Planungsblöcke für Ihre eigene Zeichnung finden Sie unter Downloads.
Querungsbord: 3 cm oder 0 und 6 cm?
Wie hoch der Querungsbord ist, hängt von der Art der Querung ab. Bei der gemeinsamen Querung nutzen alle denselben Bord mit 3 cm Höhe: Der Langstock ertastet die Kante, Rollstuhl und Rollator kommen gerade noch darüber. Bei der getrennten Querung gibt es zwei Bereiche: eine Nullabsenkung ohne Kante für Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen und daneben einen Bord von mindestens 6 cm für blinde Menschen. Ein Sperrfeld hält blinde Menschen von der Nullabsenkung fern, ein Richtungsfeld zeigt die Gehrichtung über die Fahrbahn. Bordsteine und Fertigteile dafür finden Sie unter Borde aus Beton.
Häufige Fragen
Was ist ein Richtungsfeld?
Ein Feld aus Rippen, die in Gehrichtung der Querung verlaufen. Es zeigt blinden Menschen, in welche Richtung sie die Fahrbahn überqueren.
Was ist ein Sperrfeld?
Ein Feld aus Rippen parallel zum Bordstein. Es sichert den abgesenkten Bereich einer getrennten Querung, damit blinde Menschen nicht unbemerkt auf die Fahrbahn gelangen.
Welche Bordhöhe gilt an einer gemeinsamen Querung?
Nach DIN 18040–3 eine durchgehende Bordhöhe von 3 cm. Sie ist mit dem Langstock ertastbar und für Rollstühle noch überrollbar.
Welches Material hält im Straßenraum am längsten?
Edelstahl 1.4404 (V4A) und Bronze sind sehr beständig gegen Streusalz und Witterung. UV-stabile Kunststoffplatten sind wirtschaftlicher und bei fester Verlegung ebenfalls langlebig.
Weiterführend: DIN 18040–3 „Barrierefreies Bauen – Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum“ bei DIN Media und Hinweise für barrierefreie Verkehrsanlagen (H BVA) der FGSV.
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