Antwort in der Regel innerhalb von zwei Werktagen. Muster sind kostenlos.
Ein Blindenleitsystem am Bahnsteig muss mehr leisten als an einer Bushaltestelle: Es führt sicher zu Zugängen, Treppen und Aufzügen und hält Reisende aus dem Gefahrenbereich an der Bahnsteigkante heraus. Dazu kommen eigene Regelwerke der Eisenbahn und die Vorgaben des jeweiligen Infrastrukturbetreibers. Für Bus- und Straßenbahnhaltestellen gibt es eine eigene Seite: Bus- und Straßenbahnhaltestellen.


Kurz erklärt
Grundlage für die Gestaltung ist DIN 32984. Bei Eisenbahnen kommen die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO), die europäische TSI PRM für die Zugänglichkeit und die Regelwerke des Betreibers hinzu, bei der Deutschen Bahn vor allem die Richtlinie 813 mit dem Modul zum taktilen Leitsystem. DIN-konform bedeutet deshalb nicht automatisch freigegeben: Welche Produkte eingesetzt werden dürfen, klärt das Projekt mit dem Betreiber.
Welche Regeln gelten wo?
| Bus- und Straßenbahnhaltestelle | Eisenbahn und DB-Bahnhof | |
|---|---|---|
| Rechtsrahmen | Personenbeförderungsgesetz (PBefG), für Straßenbahnen BOStrab | Eisenbahnrecht, vor allem die EBO; im Geltungsbereich die TSI PRM |
| Technische Grundlage | DIN 32984, DIN 18040–3, kommunale Haltestellenstandards | DIN 32984, TSI PRM, bei der DB die Ril 813, dazu projektspezifische Vorgaben |
| Typische Themen | Einstiegsfeld an der vorderen Tür, Auffindestreifen, Haltestellenbord | Bahnsteigkante und Gefahrenbereich, hindernisfreie Wege, Zugänge, Unterführungen |
| Auftraggeber | Kommunen, Verkehrsbetriebe, Straßenbaulastträger | Eisenbahninfrastrukturunternehmen, Ingenieurbüros |
| Beschaffung | kommunale Ausschreibungen | eisenbahnspezifische Leistungsverzeichnisse, Nachweise und Freigaben |
Elemente am Bahnsteig
- Leitstreifen entlang des Bahnsteigs: Rippen in Gehrichtung, mit ausreichendem Abstand zur Bahnsteigkante, also außerhalb des Gefahrenbereichs.
- Aufmerksamkeitsfelder aus Noppen an Treppen, Aufzügen, Abzweigen und am Ende des Leitstreifens.
- Wege zu Zugängen: Leitstreifen vom Bahnsteig zu Treppen, Rampen, Aufzügen und Unterführungen und weiter zum Bahnhofsgebäude.
- Stufenkanten an allen Treppen kontrastreich markiert, siehe Stufenkantenmarkierung.
- Kontraste nach DIN 32975 zum umgebenden Belag, prüfbar mit dem Kontrastrechner.
Die genauen Maße und Abstände legen DIN 32984 und das Regelwerk des Betreibers fest. Wir verzichten hier bewusst auf pauschale Zahlen, weil sie sich je nach Bahnsteighöhe, Geschwindigkeit der durchfahrenden Züge und Betreibervorgabe unterscheiden.
Welche Materialien eignen sich?
- Betonplatten mit Rippen und Noppen sind auf Außenbahnsteigen verbreitet: robust, frost- und tausalzbeständig und mit gutem akustischem Kontrast. Mehr unter Bodenindikatoren und Borde aus Beton.
- Edelstahl 1.4404 mit Stift eignet sich für Bahnhofshallen, Empfangsgebäude und Bereiche mit Naturstein, siehe Edelstahl und Metall.
- Aufgeklebte Lösungen sind im Eisenbahnbereich nur eingeschränkt sinnvoll. In Unterlagen der DB wird für bestimmte Unterführungen und Rampen von aufgeklebten Systemen wegen der geringeren Dauerhaftigkeit abgeraten. Für Übergangslösungen und Innenbereiche kann das anders aussehen; das klären wir projektbezogen.
Leitstreifen ist nicht Sicherheitslinie
Auf Bahnsteigen werden Leitstreifen oft mit der Sicherheitslinie verwechselt. Wer „hinter der weißen Linie“ wartet, stellt sich dann genau auf den Leitstreifen und blockiert ihn. Ein gutes Konzept trennt beides deutlich, und Hinweise für Reisende und Personal helfen, den Leitstreifen freizuhalten. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband erklärt, warum das so wichtig ist.
Nachweise für Ihre Ausschreibung
Für Eisenbahnprojekte zählen belastbare Unterlagen. Wir stellen Ihnen Produktdaten mit Bestellschlüssel, Prüfberichte, Datenblätter und Ausschreibungstexte sowie Muster zur Verfügung. Ob ein Produkt die Anforderungen des Betreibers erfüllt, prüfen wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Leistungsverzeichnisses.
Passende Produkte am Bahnsteig und im Bahnhof
Diese Produkte setzen wir am Bahnsteig und im Bahnhof am häufigsten ein. Maße und Bestellschlüssel stehen in den Produktdaten, gern schicken wir Ihnen vorab kostenlose Muster.
- Bodenindikatoren und Borde aus Betonfür Außenbahnsteige
- Taktile Platten aus Edelstahlfür Bahnhofshallen und Zugänge
- Bodenindikatoren aus Metalldezent auf Naturstein
- Stufenkantenmarkierungfür Bahnsteigtreppen
- Leitstreifen und LeitlinienLeitstreifen in Gehrichtung
Häufige Fragen
Gilt DIN 32984 auch auf Bahnsteigen der Deutschen Bahn?
DIN 32984 ist die technische Grundlage. Bei der DB kommen die Richtlinie 813 und weitere Vorgaben des Betreibers hinzu. Welche Fassung und welche Details gelten, steht im jeweiligen Projekt beziehungsweise Leistungsverzeichnis.
Welche Rolle spielt die TSI PRM?
Die TSI PRM ist eine europäische Verordnung zur Zugänglichkeit des Eisenbahnsystems für Menschen mit Behinderungen und eingeschränkter Mobilität. Sie gilt für neue und umgebaute Anlagen in ihrem Geltungsbereich und enthält auch Anforderungen an Wegeleitung und Bahnsteige.
Darf man Bodenindikatoren auf Bahnsteigen aufkleben?
Für dauerhafte Lösungen auf Außenbahnsteigen und in Unterführungen werden in der Regel eingebaute oder gebohrte Systeme bevorzugt. Aufgeklebte Elemente kommen eher für Innenbereiche oder Übergangslösungen in Frage. Entscheidend ist die Vorgabe des Betreibers.
Liefern Sie auch Bodenindikatoren aus Beton?
Ja, projektbezogen liefern wir Rippen- und Noppenplatten aus Beton sowie Borde für Haltestellen und Querungen. Sprechen Sie uns mit Ihrem Leistungsverzeichnis an.
Beratung und Angebot
Nennen Sie uns Betreiber, geltendes Regelwerk, Untergrund und ungefähre Mengen. Am schnellsten geht es mit dem Leistungsverzeichnis als Anhang. Wir prüfen die Eignung und melden uns in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.
Lieber ausführlich? Zur Projektanfrage mit allen Details. Material und Farbe prüfen Sie vorab mit unseren kostenlosen Mustern.
Weiterführend: Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO), § 13 Bahnsteige, Verordnung (EU) Nr. 1300/2014 (TSI PRM) bei EUR-Lex, DIN 32984:2023–04 „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“ bei DIN Media.
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